Das Kinesio-Taping stammt ursprünglich aus Japan und wurde von Kenzo Kaze entwickelt.

Beim kinesiologischen Taping wird ein farbiges, elastisches Tape benutzt, welches auf die Haut geklebt wird. Die Spannung und Anlagetechnik des Tapes wird je nach gewünschter Wirkung unterschiedlich ausfallen. Das Tape versteht sich als gute Ergänzung zur Physiotherapie oder zur manuellen Therapie, um die dort angestrebten Ziele im Alltag weiter zu verfolgen.

Der Patient ist in seinen alltäglichen Handlungen nicht eingeschränkt, auch Schwimmen ist möglich. Nach Wasserkontakt sollten die beklebten Körperabschnitte allerdings nur vorsichtig abgetupft werden.

Die farbigen Tapes wurden in Deutschland zu Beginn vor allem von Leistungssportlern genutzt, um Rücken, Schultern, Nacken oder Sprunggelenke zu tapen – meistens in blauer oder roter Farbe.

Einsatzmöglichkeiten und Effekte der Tapes:

Das Kinesio Taping kann z.B. bei folgenden Punkten von Nutzen sein:

  • Ausgleich von gestörter Muskelfunktion

Bei Überbelastungen des Muskelapparates können Mikrorisse im Muskelbindegewebe entstehen. Dadurch austretende Flüssigkeit in den Zellzwischenraum verursacht eine Druckerhöhung, wodurch Druck- und Schmerzsensoren gereizt werden. In der Folge entstehen Schwellungen, Schmerzen, eine erhöhte Muskelspannung und Steifigkeit. Eine erhöhte Muskelspannung ist ein sehr häufiger Befund am Bewegungsapparat. Allerdings kann es auch zu einer zu niedrigen Muskelspannung kommen, z.B. nach längerer Ruhigstellung eines Gelenkes oder nach Operationen.

Der Therapeut nutzt verschiedene Anlagetechniken des Kinesio-Tapings um eine normale Muskelspannung zu erreichen.

  • Reduktion von Schwellungen

Entzündungen sind häufig eine Reaktion des Körpers auf Gewebsschäden. Einhergehend entsteht Flüssigkeit im Gewebe und führt zu einer Druckerhöhung zwischen Haut und Muskulatur. In der Folge können die Lymphgefäße nicht adäquat arbeiten und es entsteht eine Stauung bzw. Schwellung im betroffenen Gebiet. Durch eine gezielte Anlage des Tapes kann die Haut etwas angehoben, der Raum vergrößert und eine Reduzierung des Drucks und ein verbesserter Lymphabfluss erreicht werden.

  • Schmerzreduktion

Aufgrund der Haftung des Tapes auf der Haut und der dadurch ausgelösten mechanischen Verschiebung bei Körperbewegungen, erfolgt eine Reizung der Rezeptoren in der Haut.

In Folge kommt es zu einer Dämpfung des Schmerzes durch einen Effekt im Rückenmark, welcher die Stärke der Schmerzwahrnehmung im Großhirn mindert.

  • Unterstützung von Gelenkfunktion

Je nach Anlagetechnik kann das Kinesio-Tape Einfluss auf die Muskelspannung nehmen und dadurch Ungleichgewichte korrigieren und die Balance in der Muskelgruppe wiederherstellen. Dies normalisiert die Gelenkfunktion. Durch die Stimulation von speziellen Zellen, welche Informationen aus dem Gelenk und der umgebenden Muskulatur an das Gehirn senden, erfolgt ein besseres Bewegungsgefühl.

Einsatzmöglichkeiten der kinesiologischen Tapes:

Bei einer Vielzahl von Beschwerdebildern kann ein kinesiologisches Tape die Arbeit des Physiotherapeuten unterstützen:

  • nach Verletzungen, z.B. Bänderriss am Fuß, nach Umknicken des Fußes, bei Achillessehnenbeschwerden, etc.
  • jegliche Muskelbeschwerden, z.B. Zerrung, Muskelfaserriss, Überdehnungen, etc.
  • Rückenschmerzen
  • Arthrose Knie
  • Schulterschmerz: Impingement- Syndrom, Rotatorenmanschettenanriss, Biceps-sehnenreizung
  • Epicondylitis (Tennis- und Golferellenbogen)
  • zur Verbesserung des Lymphabflusses zum Beispiel nach großen Operationen